Aus- und Weiterbildung Systemische Transaktionsanalyse und Tiefenpsychologie

Aus- und Weiterbildung Systemische Transaktionsanalyse und Tiefenpsychologie:

Diese Weiterbildung umfasst vier Wochenendseminare pro Jahr und findet im Osterberginstitut statt. Sie ist als halboffene Gruppe mit einem Vertrag für jeweils ein Jahr angelegt. Teilnehmende können zum letzten Seminar eines Turnus, im Einvernehmen mit dem Seminarleiter, über eine Fortsetzung oder einen Abschluss entscheiden. Der Platz für eine Fortsetzung bleibt bis zum letzten Seminar eines Turnus reserviert. Die Transaktionsanalyse (TA) stellt einfache, anschauliche und sehr wirkungsvolle Methoden, Theorien und Modelle zur Verfügung, die für die berufliche und private Lebensgestaltung von Nutzen sind. Sie hat sich seit den 1950-er Jahren ständig weiterentwickelt.

 

Die TA überzeugt

• durch gekonnte Reduktion von Komplexität,

• durch ihre Originalität,

• durch Offenheit anderen Theorien und Anschauungen gegenüber.

Zur Anwendung kommt eine systemische Form der TA, die eine konstruktivistische und Systeme beachtende Anschauung von Leben und Lebensgestaltung in den Brennpunkt stellt. Dabei werden Tiefen-, Lern- und Gestaltpsychologie integriert.

Ein Schwerpunkt ist, dass die Teilnehmenden lernen, selbst Theorie, Methoden und Modelle in einer Weise zu entwickeln, die ihrer Persönlichkeit und ihrem beruflichen wie privaten Umfeld gerecht werden.

Es kommt eine Form des Lehrens und Lernens zur Anwendung, die

• am selbst Erlebten anknüpft,

• individuelle Lernstile achtet und herausarbeitet,

• es den Teilnehmenden ermöglicht, authentisch und eigenständig zu sein.

Inhalte

• wesentliche Methoden, Theorien und Einstellungen der klassischen wie der systemischen Transaktionsanalyse. Letztere beruht auf den Grundannahmen des Konstruktivismus, berücksichtigt Systemzusammenhänge und betrachtet Modell- und Methodenbildung als hilfreichen Prozess zur Reflexion der eigenen beruflichen Praxis.

• wesentliche Methoden, Theorien und Einstellungen der Tiefenpsychologie.

Diese macht unbewusste Prozesse zum Gegenstand bewusster Betrachtung.

Dies geschieht durch die Würdigung der Vergangenheit, das Ahnen der Zukunft und die bewusste Gestaltung des Lebens im Hier und Heute.

• eine Verbindung von Haltung, Theorie, Methoden und Kultur mit dem Ziel der vollen Entfaltung konstruktiver Potenziale.

Die Teilnehmenden bringen Fragen, Themen und Probleme aus ihrem beruflichen und ihrem privaten Leben mit in die Weiterbildungsgruppe. Sie erhalten

• professionelle Beratung durch den Seminarleiter und Lehrtrainer (Supervision, Bandsupervision, Coaching),

• Feedback,

• nach Wunsch kollegiale Beratung durch andere Gruppenmitglieder (Intervision).

Methoden

Methodisch wird gearbeitet mit

• regelmäßigen Theorie-Inputs, vermittelt u. a. mit Selbsterfahrungselementen

sowie in dialogischer Form;

• intensiven Übungen im Vortragen, Präsentieren und Darstellen;

• progressionsanalytischer Traumarbeit. Diese vom Lehrtrainer entwickelte Methode nutzt Träume als eine Quelle kreativer Veränderung. Sie können helfen, alte Muster abzulösen, und bei der Betrachtung akuter Fragestellungen ausgesprochen nützlich sein.

Die Bildung von Lerngruppen für die Zeit zwischen den Seminaren wird angeregt; dafür wird die Methode der kollegialen Beratung vermittelt und geübt.

Die Professionale Selbstdarstellung

Die abschließende Professionale Selbstdarstellung beinhaltet die Darstellung einer eigenen Profession, eines Berufs-oder Lebensbereiches, zu dem man sich bekennt (profiteri = sich bekennen). Für die Darstellung wählen die Ausbildungskandidaten/innen eine für sie geeignete Form wie Sprache, Bilder, Musik, Literatur, Bewegung usw. Sie zeigen darin auf, mit wem sie „arbeiten“, wie und mit welcher inneren Haltung sie dies tun; was sie als Stärken ihres Tuns berachten, wo sie ihre Grenzen sehen.

Für die Professionale Selbstdarstellung erhalten die Ausbildungskandidat/innen Rückmeldung.

Die Selbstdarstellung sowie die Vorbereitungen zur schriftlichen und mündlichen Prüfung werden individuell begleitet.

Nutzen

Diese Weiterbildung bietet die Möglichkeit, durch Methodenkenntnis und persönliche Entwicklung im Beruflichen weiter zu kommen oder sich ggf. in andere Berufe hinein zu entwickeln. Die Teilnehmenden steigern ihre professionelle Kompetenz und formen diese auf sehr persönliche Art aus. Sie erfahren, wie sie ihr Privatleben glücklicher gestalten und eine Ausgewogenheit der beiden Lebensbereiche erreichen können.

Zielgruppe

Menschen in bildenden, helfenden und beratenden Berufen sowie generell Menschen mit Führungsverantwortung.

Voraussetzungen

Ein persönliches Vorgespräch mit dem Lehrtrainer.

Abschlüsse

Sie können ggf. folgende Bescheinigungen und Zertifikate erwerben:

• Grundlagenbescheinigung Transaktionsanalyse (DGTA)

• Osterberg-Zertifikat

• Bescheinigung Transaktionsanalytische Praxiskompetenz (DGTA)

• Masterzertifikat

• Transaktionsanalytiker/in (EATA, DGTA)

Infos zum Osterberg-Zertifikat finden Sie auf Seite 71. Infos zu den anderen Abschlüssen können Sie ggf. anfordern.

Leitung

Dr. Johann Schneider

Lehrender Transaktionsanalytiker; Lehrcoach und Lehrsupervisor; Autor; Coaching, Beratung, Supervision, Psychotherapie, Training, Weiterbildung

Literatur-Empfehlung

Schneider, J. (2000) Supervidieren und beraten lernen – Praxiserfahrene Modelle zur Gestaltung von Beratungs- und Supervisionsprozessen. Paderborn, Junfermann


Kosten

ca. € 2000 + Pensionskosten

Als Kennenlern-Termine eignen sich z. B. die regelmäßigen Vorträge zur systemischen Transaktionsanalyse von Dr. Johann Schneider. Informationen dazu siehe Seite 58 im Programm.

Termine

Siehe Termine

 

Neben den Vortragsinputs werden folgende Themen eingebracht:

Auftragsklärung und –durchführung, Absprachen,  Vereinbarungen, Verträge, (Vertragsprozess))

Beachtung von Kontexten in der Beratung (Kontexttheorie)

Rollenbewusstheit, Rollendefinition, Rollendiffusion, Rollenwechsel (Rollentheorie)

Das biographische Gewordensein von Personen und Organisationen (Ichzustandsmodell)

 

Effektive und ineffektive Kommunikation (Rollenintegrierte Transaktionsanalyse)

Analyse und Auflösung hinderlicher Kommunikationsmuster (psychologische Spieltheorie)

Analyse und Auflösung von inneren und äußeren Zwängen (Antreibertheorie, Dynamisches Handlungspentagon)

Die Integration verschiedener relevanter Ebenen -Umwelt, Körper, Geist, Seele- in Begleitungsprozesse (Skript in Aktion)

 

Arten und Formen der Zuwendung und ihre Relevanz für professionelle Begleitungsprozesse (Stimulation und Zuwendung)

Überblick über die klassischen Interventionen (Berne’s Techniken)

Professionelle Identität und Rollen (Professionale Selbstdarstellung)

Abschied und Neubeginn (Veränderungsprozesse gestalten)

 

Unabhängig vom Curriculum werden unter anderen folgende Modelle an Hand konkreter Anliegen vermittelt:

Dreistufenmodell der Bedürfnisse und Gefühle, Souveränitätsmodell, Fokusmodell, Prozesssteuerungsmodell, Handlungskaskade,

Lebensblume, Stressmodell, Meisterschaft, OK-OK-OK-Grundhaltung